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- aktualisiert am 08.03.2015 -

Neumarkter Hornissen-Beobachtungskasten

in unsere Website eingebunden mit freundlicher Genehmigung von Volker Engel


Beobachtungskasten; zur Großansicht bitte die Miniatur anklicken!

Dieser Beobachtungskasten (Bauplan) wurde erstmals auf der bayerischen Landesgartenschau 1998 in Neumarkt i.d.OPf. in der Insektenwerkstatt des Bund Naturschutz, Kreisverband Neumarkt, verwendet. Durch eine Glasscheibe konnten die Besucher direkt in das Nest blicken und die Hornissen beim Nestbau, Füttern der Brut oder die Königin beim Eierlegen beobachten. Das emsige Treiben außen am Flugloch wurde durch eine dort montierte Kamera und ein Mikrofon auf einen Fernseher, der direkt unter dem Beobachtungskasten stand, übertragen. Die Hornissen flogen auf ihrer Suche nach Baumaterial und Beute frei über das Gelände der Landesgartenschau u. a. auch quer über einen ca. sechs Meter vom Flugloch entfernten Hauptweg, teilweise in nur einem Meter Höhe mitten zwischen zahlreichen Besuchern hindurch. 1,2 Mio. Besucher haben nach offiziellen Angaben die Landesgartenschau besucht, sie wurden von Bienen und Wespen gestochen, aber kein einziger von Hornissen.

Das lebende Hornissenvolk war attraktiver Bestandteil einer Ausstellung über soziale Wespen, in der mit Texten, Bildern und großen präparierten Wespennestern über Wespenarten informiert wurde, die im Haus und Garten vorkommen.

Mit Mikroskopen konnte man den Stachel oder das Auge einer Hornisse ansehen oder auch das Bein einer Hummel bzw. einen Schmetterlingsflügel, Beiträge aus zwei weiteren Ausstellungen, die gleichzeitig in der Insektenwerkstatt zu sehen waren.


Wo kann man den Beobachtungskasten verwenden?

Gartenschau, Tiergarten, Botanischer Garten, Freilandmuseum, Fortbildungseinrichtung für Imker, Schule (Biologiesaal), ...


Benutzung des Beobachtungskastens

Der Kasten hat zwei Bereiche: den Lauf- bzw. Beobachtungsbereich mit Flugloch (18 cm breit) und den Nestbaubereich (25 cm breit, bei größerer Breite kann das Nest herunterfallen!). Ein senkrecht angebrachter Trennsteg soll verhindern, dass die Hornissen das Nest in den Beobachtungsbereich hineinbauen und so die Beobachtung einschränken. An diesem sägerauen Brett wird aber auch das Nest befestigt. Der Steg ist hinten ausgeklinkt, damit die Hornissen vom Flugloch aus nach kurzer Laufstrecke unter dem Steg hindurch ans Nest gelangen können. Am Höhepunkt der Entwicklung des Hornissenvolkes im September, laufen im Beobachtungsbereich Jungköniginnen und viele Drohnen umher. Man kann Kopulationen beobachten, aber auch Arbeiterinnen, die durch ganz massive Angriffe auf die Drohnen versuchen, diese "Faulpelze" aus dem Nest zu vertreiben.

Die verschmutzte Frontscheibe kann durch eine zweite saubere Frontscheibe heraus geschoben werden. Die Stoßfuge durch zwei kurze Klebestreifen sichern! Die Hornissen reagieren auf das Durchschieben der Scheibe nicht.

Das Fliegengitter im Beobachtungsbereich dient der Belichtung und Durchlüftung und soll ein Beschlagen der Frontscheibe verhindern. Es ermöglicht, Geräusche aus dem Nest gut zu hören.

Drei Schiebeverdunklungen braucht man in der ersten Woche nach Einsetzen des Hornissenvolkes. Im abgedunkelten Kasten können sich die Insekten den Weg vom Nest zum Flugloch einprägen, sie fliegen nicht gegen die Scheibe.

Hornissen erzeugen flüssigen Kot, am Höhepunkt der Entwicklung können das Liter sein. Durch eine Spalte im schrägen Boden kann der Kot abtropfen. Man sollte einen mit Sägespänen gefüllten Behälter (Nachttopf) darunter stellen. Eine andere Möglichkeit: mehrere Lagen Zeitungspapier im Kasten unter das Nest legen. Im Beisein von Besuchern können erfahrene Hornissenschützer die "Hornissenpampers" ohne Schutzkleidung und ohne Handschuh sogar mit kurzärmeligem Hemd wechseln, um so die Friedfertigkeit von Hornissen zu demonstrieren.

Die Temperatur im Hornissennest beträgt unabhängig von der Außentemperatur konstant ungefähr 30°C. Wärmeerzeugung und Regulation erfolgt durch die Hornissen. Mit einer elektronischen Messsonde, die man am Kasten außen für die Besucher gut sichtbar bzw. lesbar anbringt, kann das veranschaulicht werden. An der rechten Kastenseite senkrecht sechs etwa 4 mm starke Bohrungen anbringen, durch die später die Sonde vorsichtig zwischen die Wabengänge geschoben werden kann.

Zur Beleuchtung des Nests an der Oberkante der Frontseite eine schwenkbare Fahrradlampe anbringen (6 V, keine Halogenbirne), die Stromversorgung erfolgt über einen Trafo.

Das Flugloch befindet sich im oberen Teil des Beobachtungsbereichs in der Rückwand. Durch einen schmalen Schlitz in der Holzwand der Insektenwerkstatt konnten die Hornissen ins Freie gelangen. Das überdachte Flugloch mit Anflugbrett befand sich aus Sicherheitsgründen in einer Höhe von 2,80 m über dem Gelände und war nach Südosten ausgerichtet.

Fluglochalternative: Hornissen fliegen durch gekippte Fenster ein und bauen in unmittelbarer Nähe - nicht weiter als einen Meter entfernt - ihr Nest, z.B. an eine Vorhangstange bzw. an die Wand. Den Beobachtungskasten mit der Rückseite und dem darin befindlichen Flugloch so an das gekippte Fenster schieben, dass die Hornissen das Flugloch anfliegen können. Eventuell zur Unterstützung ein kleines Flugbrettchen anbringen. Mit Fliegengitter (braucht kein Metall sein) oder einem alten Store die durch das Kippen des Fensters entstandene Öffnung verschließen. Die Hornissen können durch das Flugloch ins Nest gelangen, aber nicht ins Zimmer. Hilfreich kann auch ein mit Alu-Fliegengitter überdachtes Laufbrettchen sein. Alternative: Flugloch in linker Seitenwand.


Ein Hornissenvolk in den Beobachtungskasten einsetzen

Schutzbestimmungen:

Hornissen (Vespa crabro) sind nach § 1 der Bundesartenschutzverordnung unter besonderen Schutz gestellt. Sie sind unter der Gefährdungsstufe 4 R in die "Rote Liste bedrohter Tiere in Bayern" aufgenommen worden. Die Umsiedlung eines Hornissenvolkes muss von der höheren Naturschutzbehörde genehmigt werden und darf nur von fachkundigen dazu berechtigten Personen vorgenommen werden. In den Beobachtungskasten sollte man nur ein Volk einsetzen, das sowieso umgesiedelt werden müsste. Das Hornissenvolk muss sich ungestört bis zu seinem natürlichen Ende im Oktober entwickeln können.

Die Ansiedlung erfolgt ab der zweiten Junihälfte. In Neumarkt wurde für die Landesgartenschau bewusst ein kleines Volk gewählt, ein einwabiges Nest mit einer Königin und acht Arbeiterinnen.

Die neuschlüpfenden Tiere konnten sich so vom ersten Tag an die vielen Besucher gewöhnen, die neugierig durch die Glasscheibe in das Hornissennest blickten.

Das Hornissennest befand sich in einem Vogelkasten, der morgens um sieben Uhr in den bereits in der Ausstellung installierten Beobachtungskasten gestellt wurde. Das Flugloch des Vogelkastens war am Abend vorher verschlossen worden. Die Hornissen konnten sich dann drei Tage an den Kasten gewöhnen und sich auf ihren neuen Lebensraum, das Gelände der Landesgartenschau, einfliegen. Während dieser Zeit waren die drei Schiebeverdunkelungen geschlossen. Am vierten Tag wurde morgens um acht Uhr das Nest aus dem Vogelkasten gelöst, mit einer Heißklebepistole auf ein sägeraues Brettchen geklebt und dieses dann im Nestbaubereich an das Dach des Beobachtungskastens geschraubt (Foto). Die Frontscheiben-Verdunkelung wurde halb geöffnet (nach links). Am siebten Tag konnten alle drei Schiebeverdunkelungen entfernt werden. Die ersten zwei Wochen sollten die Hornissen mit einer Vogeltränke im Kasten gefüttert werden (Zuckerwasser 1:1).

Im September hatte das Hornissennest in der Insektenwerkstatt eine Höhe von 50 cm erreicht. Die höchste Flugfrequenz wurde am 30. August gezählt mit 213 An- oder Abflügen innerhalb von 10 Minuten. Von da an ging die Entwicklung bereits abwärts. Mit einer Flugfrequenzzählung kann man die Entwicklung eines Volkes vom Zeitpunkt der Ansiedlung bis zum Absterben in Zahlen fassen und dann graphisch in einer Kurve darstellen, die man anschaulich direkt neben den Beobachtungskasten hängen sollte. So eine Kurve verdeutlicht den Besuchern z.B., dass Hornissen und Wespen nicht als Volk überwintern wie die Bienen- was sehr viele glauben - sondern, dass die Wespen spätestens im Oktober alle tot sind und die Nester leer. Die Kurve erklärt auch, warum ausgerechnet im September sog. "Wespenplagen" auftreten können.

Guestbook

Guestbook 1998 - 2007

 


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